Metakognition

Bei den Schülern äußerst beliebt ist die im Stundenplan in jeder Klasse fest verankerte Kindersprechstunde. Jedes Kind kommt etwa alle 6-8 Wochen einmal zu einem persönlichen Gespräch mit der Klassenlehrerin zusammen. Dort wird neben dem Gespräch über die Lernentwicklung des Kindes auch auf dessen Fragen und Probleme eingegangen. Es werden Ziele für die weitere Arbeit vereinbart und Hilfen zur Umsetzung gegeben. Die Gesprächsinhalte werden von der Lehrkraft stichpunktartig notiert und auch den Eltern zugänglich gemacht. Sie werden von allen Beteiligten und den Eltern unterschrieben.

Es finden Elterngespräche statt, an denen in vielen Fällen auch die Kinder teilnehmen. Die erste Gesprächsphase ist Mitte November; die zweite Anfang Februar ist für die Eltern, die sich anstelle der Halbjahresinformation in Zifferform für das Lernentwicklungsgespräch entschieden haben. Natürlich stehen wir auch zwischendurch den Eltern für Gespräche zur Verfügung.

Eine Besonderheit und ein Schwerpunkt der Fächer Musik, Kunst/Werken und Sachunterricht sind unsere regelmäßig dienstags stattfindenden Projekte3 der Klassenstufe 3/4. Sie sind seit Beginn des Schuljahres 2003/04 fester Bestandteil unserer Unterrichtsarbeit.

Die SchülerInnen der Klassenstufe 3/4 durchlaufen in einem Schuljahr sechs verschiedene Projekte. Jedes Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Wochen. Auch hier steht nicht mehr der zu vermittelnde Lernstoff im Mittelpunkt, sondern ein erweiterter Lern- und Leistungsbegriff. Dieser beinhaltet neben der sachlich-fachlichen Kompetenz auch die personale, soziale und methodisch-strategische Kompetenz.

Ziel ist auch „das Lernen lernen“. Nachschlagen, Informationen einholen, strukturieren, organisieren, gestalten und präsentieren sind die hierbei gefragten Fähigkeiten.

Aber auch die Kreativität und der Forscherdrang der Kinder sollen angeregt und vertieft werden. Jedes Kind soll befähigt werden seine Stärken und Schwächen selbst zu erkennen. Es wird eine Balance von Instruktion durch die Lehrkraft und Konstruktion  der Lernprozesse durch die SchülerInnen selbst geschaffen. Auch Fachleute von außerhalb, beispielsweise aus der nahe gelegenen Ökostation, vom Abenteuerspielplatz oder vom Forstamt werden mit einbezogen. Die Projektthemen reichen von Künstler Hundertwasser, Handarbeit, Theaterprojekt, Singspiele, Strom, Experimente bis hin zu Erlebnispädagogik.

Bei der Gestaltung, aber auch bereits bei der Themenwahl der Projekte,  können die Lehrer ihre Interessen und Vorlieben einbringen, sodass von Beginn an eine höhere Identifikation des Lehrers mit dem Thema des Projekts gegeben ist.

Jeder Projektdienstag endet mit einer Abschlussreflexionsrunde, die von jeder Lehrkraft individuell gestaltet wird. Die SchülerInnen erhalten nach jedem Projekt eine individuelle schriftliche Rückmeldung. Diese wird in einem Einzelgespräch zwischen Lehrerin und Kind besprochen.  Aber auch die SchülerInnen “bewerten“ ihre Projektlehrerin anhand eines Rückmeldebogens.

In allen Projekten bilden die drei Inhalte einer neuen Unterrichtskultur die Grundlage.

Lernsteuerung durch Metakognition: 

  • Was möchte ich gerne erarbeiten?
  • Gibt es einen brauchbaren Plan, nach dem ich arbeiten kann?
  • Was hat mein Arbeiten gestört?
  • Wie und wodurch kann ich meine Vorgehensweise ändern oder verbessern?

Prozesssteuerung durch eine Feedbackkultur 

  • SchülerInnen untereinander
  • Vom Lehrer zu Schüler
  • Vom Schüler zu Lehrer

Lernsteuerung durch eine Methodenkultur

            – wie organisiere ich meinen Arbeitsplatz?

–  wie gestalte ich eine Plakat?

–  wie bereite ich einen Kurzvortrag vor?

–  wie ……….

_______________

veröffentlicht unter: www.toolbox-bildung.de